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DuMont Journalistenpreis 2018

Seit 2011 verleiht DuMont seinen Journalistenpreis für herausragende journalistische Leistungen aus den Redaktionen unserer Mediengruppe.

Qualität - vor allem im Lokalen, Regionalen – ist unser täglicher Ansporn. Wir erreichen die Menschen dort, wo sie gerade sind. In ihrer jeweiligen Lebenswelt, mit fortwährend aktuellen Inhalten, die sie interessieren und angehen. Gute Themenrecherche, die nicht nur Informationen generiert und Erklärungen zu Sachverhalten liefert, sondern vor allen Dingen Inhalte, Zusammenhänge aufdeckt, analysiert, einordnet und überraschende und klärende Kommentare erlaubt; DAS bedeutet Qualität für uns. Und genau das findet sich in den Beiträgen, die wir mit dem DuMont Journalistenpreis 2018 ausgezeichnet haben.

Diese Beiträge und ihre Autoren möchten wir Ihnen hier präsentieren. Die Preisverleihung fand am 6. Juni 2019 in feierlichem Rahmen in Köln statt.

Kategorie 1 | Beste schreiberische Leistung

Platz 1:

Jens Blankennagel, "Die Nacht der Nächte", Berliner Zeitung, 09.11.2018

Begründung der Jury:

Mit einer der großen Geschichten seines Lebens macht Jens Blankennagel einen großen Moment deutscher Geschichte gegenwärtig.  Er  transportiert sein Erlebnis des Mauerfalls mit einer Mischung aus detailgenauer Achtsamkeit, Lakonie und Poesie. Es ist ein Text wie ein leises, warmes Gewitter, in dem eine unwirkliche Party stattfindet. Eine ganz besondere schreiberische Leistung.

Über den Autor:

Jens Blankennagel wurde 1966 in Aschersleben geboren, im heutigen Sachsen-Anhalt. 1987 zog er nach Berlin und studierte an der Humboldt-Uni Wissenschaftstheorie und –organisation, anschließend an der Freien Universität die Fächer Politologie, Publizistik und Soziologie. Er kam 1999 zur Berliner Zeitung und ist inzwischen der verantwortliche Redakteur für die Berichterstattung über das Land Brandenburg. Dabei zieht es ihn vor allem zu den Menschen auf dem Land und in die Natur. Für seine Reportagen sticht er Spargel in Beelitz, besucht die Bewohner der Lausitz, die den Kohlegruben weichen sollen oder begleitet einen der letzten Wanderschäfer über die Weiden. Er schreibt auch über die Probleme mit den zurückkehrenden Wölfen oder über Atheismus in Ostdeutschland.

"Die Nacht der Nächte"

Platz 2:

Anne Lena Mösken, "Enanas Reise", Berliner Zeitung, 22.09.2018

Begründung der Jury:

„Wenn du eine Geschichte darüber schreiben willst, wie homophob Muslime sind und wie Deutschland mich gerettet hat, sorry, dann habe ich kein Interesse“, lässt die Protagonistin dieser Geschichte die Autorin bei der ersten Kontaktaufnahme wissen. Nur darzustellen, was andere in ihr sehen wollen, dagegen hat Enana seit ihrer Kindheit rebelliert und erkannt, dass ihr auch in Deutschland die Deutungshoheit über ihr Leben nicht kampflos überlassen wird. Anne Lena Mösken erzählt Enanas Geschichte mit ebenso viel Wärme wie Respekt – und in einer Sprache, die so facettenreich ist wie ihre Protagonistin.

"Enanas Reise"

Platz 3:

Karlheinz Wagner, "Ein Kreuz brauch' ich nicht", Kölner Stadt-Anzeiger, 26.01.2018

Begründung der Jury:

Wie schreibt man über einen Ausflug, bei dem sich die eigene Mutter eine Grabstätte aussuchen will? Bedeutungsschwanger, pathetisch und peinlich hätte das werden können, wäre der Autor nicht Karlheinz Wagner. Er findet einen alltäglich anmutenden, lakonischen Plauderton, der allen Beteiligten Raum für die eigenen Gedanken lässt – der Protagonistin, ihrem Sohn und dem Leser. Ein kleiner Text, eine großartig erzählte Geschichte.

"Ein Kreuz brauch' ich nicht"

Kategorie 2 | Beste Recherche

Platz 1:

Gabriela Keller, "Grenzwertig" und Folgeartikel: Recherche zu geplanter Bebauung am Checkpoint Charlie, Berliner Zeitung, ab 9.07.2018

Begründung der Jury:

In ihrer Reportage „Grenzwertig“, erschienen am 9. Juli 2018 in der Berliner Zeitung, deckt Gabriela Keller brisante Hintergründe zu einer geplanten Neubebauung am Checkpoint auf. Akribisch durchleuchtet sie das fast undurchschaubare, dubiose Firmengeflecht der Investorengruppe Trockland und macht die geheimen Absprachen öffentlich.

Über den Autor:

Gabriela Keller ist seit April 2017 Redakteurin im Team Investigativ von Berliner Zeitung und Berliner Kurier. Davor hat sie von August 2012 bis März 2017 als Reporterin im Ressort Reportage und Recherche der taz, die tageszeitung gearbeitet. Zwischen 2006 und 2012 hat sie als freie Korrespondentin mit Sitz in Beirut und Damaskus für verschiedene Zeitungen und Magazine aus dem Nahen Osten berichtet. Ihr Volontariat hat Gabriela Keller beim Weser-Kurier in Bremen absolviert, davor studierte sie Englische, Deutsche und Französische Philologie in Münster und Sheffield.

"Grenzwertig" Bebauung Gelände Checkpoint Charlie

Platz 2:

Das Team der Lokalredaktion Köthen und Alexander Schierholz, "Fall Markus B. in Köthen", Mitteldeutsche Zeitung, 10.-17.09.2018

Begründung der Jury:

In der Nacht vom 8./9. September 2018 stirbt nach einem Streit mit zwei afghanischen Geflüchteten der deutsche Markus B. in Köthen. Wie bei einem scheinbar ähnlichen Vorfall in Chemnitz versuchen Rechtsextreme schnell, die Deutungshoheit über das Geschehen an sich zu reißen und es zu instrumentalisieren. Die Mitteldeutsche Zeitung hält mit schneller, faktenreicher und crossmedialer Berichterstattung dagegen. Sie berichtet exklusiv, dass das Opfer tatsächlich an Herzversagen starb, identifiziert die Rechtsradikalen, die sich als „besorgte Bürger“ geben und ordnet ein, wie Neonazis die Trauer zur Mobilisierung nutzen wollen.  

"Fall Markus B. in Köthen"

Platz 3:

Chris Merting und Robert Baumanns, "Stadtwerke-Affäre: Chronologie eines Polit-Krimis", EXPRESS, 07.06.2018

Begründung der Jury:

Nach dem geplatzten Wechsel eines SPD-Spitzenpolitikers auf einen eigens geschaffenen Posten in der Stadtwerke-Geschäftsführung recherchieren die Autoren, wer über den in kleiner Runde ausgeklüngelten Deal tatsächlich informiert war. Über Wochen führen sie Interviews und Hintergrundgespräche, die Ergebnisse präsentieren sie als zweiseitigen Polit-Krimi. Das ist Boulevard in Bestform.

"Stadtwerke-Affäre: Chronologie eines Polit-Krimis"

Kategorie 3 | Bestes Storytelling

Platz 1:

Alissia Rust, Laura Wenzel und Robert Baumanns, "Hotel Horitzky", EXPRESS, 07.04.2018

Begründung der Jury:

Man kann Robert Baumanns, Alissia Rust und Laura Wenzel nur dazu gratulieren aus dieser eigentlich schweren Geschichte so etwas Leichtes und doch Erhellendes gemacht zu haben. Denn merke: Wer sich beim Klüngel erwischen lässt, der landet künftig als Karikatur im Express. Und das ist die Höchststrafe in Köln.

Über die Autoren:

Alissia Rust wurde 2003 in Köln geboren. Die 16-jährige Schülerin absolvierte im vergangenen Jahr ihr dreiwöchiges Schulpraktikum in der Lokalredaktion des Kölner EXPRESS'. Dabei unterstützte sie nicht nur sehr erfolgreich ihren Vater Carsten Rust bei seinen Recherchen als Polizeireporter, sondern zeigte auch ihre kreativen Fähigkeiten als Fotografin bei einer EXPRESS-Veranstaltungsreihe im studio dumont und als es darum ging eine kommunalpolitische Geschichte mit handgemalten Karikaturen zu bebildern.

Laura Wenzel wurde 1992 in Stolberg (Rhld.) geboren. In Osnabrück hat sie Kommunikationsmanagement studiert. Für ihr Volontariat bei Köln.tv und dem EXPRESS zog sie zurück ins Rheinland. Dort produziert sie seit zwei Jahren als Videojournalistin und Moderatorin Bewegtbild-Content und Podcasts für die Webseiten des Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS.

Robert Baumanns wurde 1968 in Köln geboren und begann 1995 seine journalistische Karriere indem er für mehrere Musikmagazine und Zeitungen wie „Rolling Stone“, „Visions“, „Die Zeit“ oder die "Rheinische Post" schrieb. Seit 1999 ist Robert Baumanns beim EXPRESS, zunächst als freier Mitarbeiter in der Kultur- und dann in der Lokalredaktion, seit 2001 als Redakteur in der Lokalredaktion, zuständig für Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und Kirche. 2000 gewann er den Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (für „Soko EXPRESS“), 2017 gemeinsam mit Kollegen von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger den DuMont-Journalistenpreis und den Wächterpreis (für die Beteiligung an der Berichterstattung zur Silvesternacht 2015/16).

Hier geht's zum Beitrag.

Platz 2:

Frank Waltel und Tim Stinauer "Lika, Anschlagopfer vom Hauptbahnhof", 19. & 22.11.2018 Radio Köln / 19. & 28.11.2018 Kölner Stadt-Anzeiger

Begründung der Jury:

Im November 2018 änderte ein Anschlag mit Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof mit einem Schlag das Leben der14-jährigen Lika und ihrer Familie: das Mädchen erlitt nicht nur schwere Verbrennungen, zur Sorge um Likas Gesundheit kamen für die Familie noch finanzielle Engpässe. Tim Stinauer und Frank Waltel haben bei der Berichterstattung über den Anschlag sehr früh und sehr konsequent nicht den Täter, sondern das Opfer in den Mittelpunkt gestellt. Ihre beeindruckenden Berichte lösten eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, die schließlich über 200.000 Euro Spenden und zahlreiche Hilfsangebote für die Familie erbrachte.

Hier geht's zum Radio Beitrag:
Teil 1
Teil 2

"Lika, Anschlagopfer vom Hauptbahnhof"

Platz 3:

Kirsten Herrmann, Julia Grass und Michael Brettin "#wende280 - der Mauerfall live auf Twitter", Berliner Zeitung, 09./10.11.2018

Begründung der Jury:

Twitters Verdoppelung der erlaubten Zeichenzahl auf 280 pro Tweet am 7. November 2017 nutzte die Berliner Zeitung umgehend für eine neue Form des Storytelling: Von 6:45 Uhr am 9. November 2017 bis 4:00 Uhr am Folgetag twitterte die Redaktion zum Jahrestag des Mauerfalls ein minutengenaues Protokoll der kleinen und großen Ereignisse rund um dieses historische Datum. Der Feed wurde zur spannenden, witzigen, vielbeachteten und – gelobten Geschichtsstunde.

Hier geht's zum Twitterfeed der Berliner Zeitung am 9. November 2018.

Kategorie 4 | Bestes Bewegtbild

Platz 1:

Christian Jung, Rüdiger Gärtner, Florian Quandt, Patrick Sun, Anastasia Iksanov, Joanna Kouzina und Marius Röer "Aktuelle Videoberichterstattung zum G20-Gipfel", Hamburger Morgenpost, 09.07.2017

Begründung der Jury:

G20 in Hamburg. Eine Woche, die die Stadt ans Limit brachte. Gigantische Polizeiaufmärsche, Verkehrs-Chaos, Feuer, Gewalt, Plünderungen. Für die MOPO-Reporter waren das intensive und lange Tage. Immer draußen, immer nah dran, immer das Handy im Anschlag. Die engmaschige und blitzschnelle Berichterstattung, die sich in diesem Video spiegelt, brachte mopo.de Rekord-Zugriffszahlen.

Über die Autoren:

Christian Jung ist als „Digital-Native“ aufgewachsen und beschäftigt sich seit seine Kindheit mit den „neuen Medien“. Seinen Plan, Journalist zu werden, setzte er nach seiner IT-Ausbildung um und studierte New-TV-Journalism an der Funk- und TV-Akademie in Hamburg. Nach diversen Praktika und freier Mitarbeit als Videoredakteur und -Producer und Motion-Graphik-Designer, ist er seit Oktober 2018 fester Videoredakteur der Hamburger Morgenpost.

Rüdiger Gärtner:  Blaulichteinsätze sind meine Leidenschaft und fesseln mich. Früher im Rahmen meiner Arbeit als Feuerwehrmann – seit mehr als 25 Jahren nun als Polizei-Reporter für die MOPO. Kein Einsatz ist wie der andere und genau das macht die Vielfalt in meinen Beruf aus.

Florian Quandt (43) hat nach seiner freien Reportertätigkeit für Wochenblätter  von 2002 bis 2004 beim Pinneberger Tageblatt als Redakteur volontiert. 2005 wechselte er dann zunächst als freier Fotograf zur Hamburger Morgenpost. Seit Ende 2005 ist er dort fest als Fotograf in der Lokalredaktion angestellt. 

Patrick Sun, Jahrgang 68 aus Hamburg, Abgeschlossenes Diplom-Hochschulstudium an der Folkwang in Essen. Nebenher als freier Fotograf tätig für Magazine wie Brigitte und Spiegel. Seit 2001 bei der Hamburger Morgenpost.

Joanna Kouzina hat von 2015 bis 2018 den Bereich Video in der Redaktion der Hamburger Morgenpost maßgeblich mitaufgebaut und in Absprache mit der Chefredaktion verantwortet. Mit ihrem Knowhow durch die Tätigkeit und ihr Volontariat bei einem Hamburger Fernsehsender war sie treibende Kraft für den Erfolg der Videoplattform auf mopo.de. Die von Joanna Kouzina mitverantworteten Videos erreichten mehrfach sechsstellige Abspielzahlen und wurden von YouTube in den deutschlandweiten Top-Ten-Trends gerankt. Seit Januar 2019 ist Joanna Kouzina als Head of Video beim Redaktionsnetzwerk Deutschland tätig.

Marius Röer, Bildjournalist, studierter Wirtschaftsinformatiker und BA of Arts in dem Studienfach angewandte Medienwirtschaft / TV Producer. Seit 2004 arbeitet er als freier Fotograf für die  Hamburger Morgenpost, seine Bilder sind außerdem in Zeitungen, Zeitschriften und Lifestylemagazinen zu finden.

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Platz 1:

Lars Schmidt, Lisa Schneider und Christian Fisch "Schälsick Alaaf - Als Mann auf der Mädchensitzung", Radio Köln, 05.02.2018

Begründung der Jury:

Eine verrückte Idee, liebevoll und sympathisch umgesetzt. Der Reporter wird zur Geschichte. Verkleidet, geschminkt, immer im Bild. Einschleichen soll er sich auf der Mädchensitzung. Rausfinden, was da passiert, im geheimen Zirkel der Karneval-Mädels. Ein Experiment mit unterhaltsamen Folgen. Eine Art Günter Wallraff in der Karnevals-Version, sozusagen.

Über die Autoren:

Lars Schmidt ist 1987 in Bielefeld geboren. Bevor 2015 seine Radioarbeit mit einem Volontariat bei Radio Berg so richtig begonnen hat, hat Lars nach dem Abitur eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandel gemacht. Das Büro ist ihm aber irgendwann auf den Kopf gefallen. Seit 2017 ist Lars als freier Journalist, Autor und Comedian für verschiedene Sender und Agenturen tätig. Sein Ziel ist Themen informativ, unterhaltsam und wenn möglich immer crossmedial aufzuarbeiten. Das können neben Beiträgen auch Songs, Gedichte oder waghalsige Selbstversuche sein. Denn den etwas "anderen" Dreh zu finden, macht es seiner Meinung nach erst interessant. Sein Motto ist hier: Lieber drüber als langweilig. Dazu schlüpft er gerne in verschiedene Rollen und macht gerne die Dinge, die andere auf keinen Fall machen würden.

Lisa Schneider ist 23 Jahre jung, geboren und aufgewachsen in Köln. Sie studiert Sportjournalismus an der Deutschen Sporthochschule und schreibt zurzeit ihre Bachelorarbeit. Neben dem Studium arbeitet sie als studentische Hilfskraft in der Sportschau beim WDR oder ist als Foto- oder Videoreporterin für Radio Köln unterwegs.

Christian Fisch ist 1989 in Schwelm geboren, hat seine Kindheit in Wuppertal verbracht und sich dann im Alter von 12 dem Kölner Großstadtdschungel gestellt. Der studierte Ingenieur der Medientechnik arbeitet erst seit Ende 2017 als freier Journalist fürs Radio, davor war er für einige Jahre beim erfolgreichsten deutschen Privatsender als Cutter beschäftigt. Das besagte Studium beendete er mit einer Bachelorthesis beim größten öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands. Seine Projekte und Beiträge – egal ob im Radio oder TV – konzeptioniert, dreht und schneidet er in der Regel selbst, immer mit einer gewissen Portion an Kreativität, Unterhaltung und Witz.

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Platz 3:

Tom Schildberg "Ich bin ein Berliner", Berliner Zeitung, Serie im Januar 2018

Begründung der Jury:

Die Serie porträtiert in atmosphärisch außergewöhnlich dichten, starken Bildern ungewöhnliche Berliner. Jeder Protagonist wird liebevoll in seiner Einzigartigkeit vorgestellt und erscheint im Rahmen der Serie doch als typischen Bewohner einer Stadt, deren Vielfalt sie so besonders macht.

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Kategorie 5 | Bestes Audio

Platz 1:

Guido Ostrowski und Alexander Haubrichs "FC-Podcast" (Beispielfolge 'Schöne Bescherung'), Radio Köln/EXPRESS, wöchentlich während der Saison

Begründung der Jury:

Der FC-Podcast als Gemeinschaftsproduktion von EXPRESS und Radio Köln zeigt, was möglich ist, wenn Stärken, Fachwissen und Kompetenzen gebündelt werden. Emotional mitreißend werden die Spiele beschrieben, gute wie schlechte. Sachlich wird die Situation analysiert, kompetent und auf den Punkt. Wer in den Fan-Foren liest, merkt schnell, welch ausgezeichneten Ruf sich die Sendung im erarbeitet hat.

Über die Autoren:

Guido Ostrowski hat Medien und Kommunikation an der Deutschen Sporthochschule studiert, woran ein Volontariat zum Hörfunkredakteur beim Lokalsender „Radio 90,1“ Danach folgte die freie Mitarbeit bei verschiedenen Lokalsendern der Rheinland-Kombi als Reporter, Moderator und Nachrichtensprecher. Im Januar 2007 übernahm er dann den Job des FC-Reporters bei Radio Köln. Dieser umfasst die aktuelle Berichterstattung über den 1. FC Köln, sowie die Live-Kommentierung der Bundesliga-Spiele. Seit der Saison 2017/18 kommentiere er in Kooperation mit dem 1. FC Köln die kompletten 90 Minuten auch für das Radio Köln FC-Radio im Netz (fc-radio.de).

Alexander Haubrichs wurde 1975 in Trier geboren und ist verheirateter Vater zweier Kinder. Er studierte Politik und Soziologie an der Universität Trier und startete seine journalistische Karriere in dieser Zeit beim Trierischen Volksfreund. Seit 2001 ist er Mitglieder der Sportredaktion des Express, seit 2010 berichtet er dort über den 1. FC Köln.

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Platz 2:

Volker Groß "Berichterstattung zur Millionenverschwendung 'Bonner Beethovenhalle' ", Radio Bonn/Rhein Sieg,30.11.2017/06.03.2018/12.09.2018

Begründung der Jury:

Bei der vom Rat der Stadt Bonn 2016 beschlossenen Sanierung der Beethovenhalle scheinen die steigenden Kosten manchem das einzig Verlässliche zu sein. Aber nein, zumindest eine weitere Konstante gibt es: Volker Groß bleibt dran, fragt nach, lässt nicht locker. In seinen Interviews mit Verantwortlichen schlägt er zwar gern einen satirisch anmutenden Ton an, in der Sache erweist er sich dabei aber stets als gut vorbereitet und zuweilen besser informiert als sein Gesprächspartner. Bei allem Ärger über die Millionenverschwendung macht das Zuhören hier einfach Spaß!

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Platz 3:

Lars Schmidt "Das Altenheimcasino", Radio Köln, 15.01.2018

Begründung der Jury:

Als im Januar 2018 die beliebten Bingoabende in einem Kölner Seniorenheim zeitweise als illegales Glücksspiel verboten wurden, sorgte das über Kölns Grenzen hinaus für Verwunderung und Schenkelklopfen. Lars Schmidt gelingt es in seinem Beitrag scheinbar mühelos, die Information über die gesetzlichen Grundlagen mit der angemessen albernen Präsentation der absurden Folgen zu verbinden. Das ist kein Glückstreffer, das ist journalistisches Können!

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Kategorie 6 | Bestes Konzept

Platz 1:

Sarah Brasack, Julian Preuten und Timo Schillinger für das Team des Kölner Stadt-Anzeigers sowie Tobias Wolff für das Team der Kölnischen Rundschau "Veedels-Check", Kölner Stadt-Anzeiger/Kölnische Rundschau, März-Oktober 2018

Begründung der Jury:

Der Erfolg des Konzeptes beruht darauf, dass es alle Beteiligten zu Gewinnern macht: Die Leser und User, die durch ihre aktive Beteiligung Einfluss nehmen konnten. Die Anzeigenvermarktung, die ihren Kunden ein höchst interessantes Umfeld für ihre Kampagnen anbieten konnte. Die Abonnentenwerbung, die die Serie als starkes Argument zur Lesergewinnung nutzen konnte. Die Autoren, die bei der Erstellung der einzelnen Serienteile aus einer Fülle exklusiver Daten schöpfen konnten. Und zum Schluss noch einmal Leser und User, denen die gekonnt aufbereiteten Daten in informativen Beiträgen präsentiert wurden. Ein echtes Gewinner-Konzept!

Über die Autoren:

Sarah Brasack ist als Leitende Redakteurin und Premium Content Managerin beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Thema Paid Content sowie die Planung und Konzeption von Premium-Inhalten zuständig. Zuvor war sie stellvertretende Ressortleiterin der Kölner Lokalredaktion mit Schwerpunkt Digitales. Nach ihrem Volontariat beim „Kölner Stadt-Anzeiger“, das sie 2010 begann, arbeitete die heute 39-Jährige zunächst für die Leverkusener Ausgabe sowie drei Jahre lang als Redaktionsleiterin der Ausgabe Rhein-Berg. Sarah Brasack hat in Bonn Musikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Neuere Deutsche Literatur studiert und im Fach Musikwissenschaften promoviert.

Julian Preuten, geboren 1981, war schon mit 16 Jahren bei der Neuen Rhein-Zeitung am Niederrhein journalistisch tätig. Seit 2010 arbeitet er für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zunächst im Sportressort, mittlerweile in der Lokalredaktion, wo er unter anderem für Produktion und Layout der Zeitungsseiten zuständig ist.

Timo Schillinger (39) ist seit 2017 Leiter Themen-Marketing bei der DuMont Rheinland Media24 GmbH und war in den vergangenen Monaten maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung von KStA PLUS beteiligt. Zuvor war er Redakteur und Sitemanager in der Digitalredaktion des Kölner Stadt-Anzeiger und Leiter der Tablet-Redaktion. Seine beruflichen Anfänge nahm der Diplom-Sportwissenschaftler und zweifache Vater während seines Studiums im Magazin und im Lokalsport.

Tobias Wolff wurde am 26.05.1968 in Heidelberg geboren. Nach Köln kam er eigentlich nur zum Studium(Germanistik/ Skandinavistik/ Politik), doch die Stadt ließ ihn nicht mehr los. Studienbegleitend arbeitete er als Lektor und Übersetzer und beim WDR, nach dem Magister zunächst als freier Journalist im Raum Köln/Bonn für Print, Radio und TV. Im April 2000 folgte das Volontariat bei der Kölnischen Rundschau/ Lokalredaktion Köln, seit April 2002 ist er Redakteur in der Lokalredaktion Köln, dort seit November 2008 zuständiger Redakteur für das Ressort Stadtteile.

"Veedelscheck"

Platz 2:

Carsten Rust "Verbrechen hautnah", EXPRESS,Serie im März 2018

Begründung der Jury:

Bei den Recherchen für eine Serie über ehemalige Ermittler der Kölner Polizei erkannte Autor Carsten Rust schnell, dass er hier Stoff für deutlich mehr als die geplanten drei Artikel hatte. So wurde die Printserie durch eine aufwendig vorbereitete Veranstaltungsreihe ergänzt, in der insgesamt rund 500 zahlende Zuschauer nicht nur tiefe Einblicke in die spannende Arbeitswelt der Ex-Fahnder erhielten, sondern ihnen auch selbst Fragen stellen konnten.

"Verbrechen hautnah"

Nachwuchspreis

Platz 1:

Jessica Quick (Volontärs-Beauftragte), Tobias Büttner (Grafik), Sophie Elsner, Anja Förtsch, Mike Händler, Jessica Hanack, Magdalena Kammler, Max Mühlens, Christiane Rasch, Tobias Schlegel, Tina Schwarz, Diana Serbe, Sandra Simonsen, Fabian Wölfling "Digitaler Wahlkalender zur Bundestagswahl 2017", Mitteldeutsche Zeitung, 01.-24.09.2017

Begründung der Jury:

Information und Aufklärung jenseits politischer Floskeln gehören zum gesellschaftlichen Auftrag des Journalismus. Doch wie erreicht man damit auch jüngere Wähler? Mit ihrem Wahlkalender zur Bundestagswahl 2017 geben die MZ-Volontäre auf diese Frage eine ebenso überzeugende wie unterhaltsame Antwort. Gutes Handwerk und kreatives Storytelling kommen hier zusammen, die Kombination aus politischer Information, Wissenstest und Unterhaltung funktioniert hervorragend.

Hier geht's zum digitalen Wahlkalender.

Platz 2:

Jonah Lemm "Im rechten Netz", Kölner Stadt-Anzeiger, 28.03.2018

Begründung der Jury:

Mit einem zufällig auf einer rechten Internetseite gefundenen Beitrag beginnt für Volontär Jonah Lemm eine über zwei Monate dauernde Recherche. Deren Ergebnis zeigt eindrucksvoll sein journalistisches Können, denn er kann erstmals nachweisen, wie eng trotz eines Unvereinbarkeitsbeschlusses der Partei von 2016  einige Mitglieder und Funktionsträger der AfD mit der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ verbunden sind.

"Im rechten Netz"

Platz 3:

Max Weinhold "Hansaplatz: Sex, Drogen, Gewalt - und heile Welt", Hamburger Morgenpost,25.11.2018

Begründung der Jury:

Der Hansaplatz im Hamburger St. Georg – für die einen ein verdreckter, heruntergekommener Angstort, für die anderen buntes Zentrum eines weltoffenen Stadtteils. Max Weinhold schaut 24 Stunden lang genauer hin, spricht mit den unterschiedlichsten Menschen und sucht hinter dem Plakativen nach den vielen kleinen, weniger offensichtlichen Geschichten. 

"Hansaplatz: Sex, Drogen, Gewalt - und heile Welt"

Sonderpreis

Platz 1:

Bettina Cosack und Christian Seidl für die Redaktion Berliner Newsroom "1961-1989-2018", Sonderausgabe Berliner Zeitung, 03.02.2018

Begründung der Jury:

Genau 10.316 Tage waren am 5. Februar 2018 seit dem Fall der Berliner Mauer vergangen. Und genauso viele Tage war die Stadt zuvor geteilt gewesen von der Mauer. Aus diesem Anlass hat die Redaktion des Berliner Newsroom auf 28 Seiten von der Teilung der Stadt und den Jahren des Zusammenwachsens erzählt – in Geschichten, Grafiken und Interviews, digital ergänzt durch Videos und eine Twitter-Kampagne. Das Mosaik aus Zahlen, persönlichen Erfahrungen, kleinen Geschichten und großer Geschichte wird in dieser Ausgabe zu einem Geschichtsbuch der Stadt. Und das liest sich berührend, interessant und im allerbesten Sinne unterhaltsam. Diese tolle Ausgabe überzeugt als multimediales Gesamtpaket!

Über die Autoren:

Bettina Cosack ist die Textchefin von Berliner Zeitung und Berliner Kurier. Sie kümmert sich um die Seite 3 und die Report-Doppelseiten und konzipiert regelmäßig Sonderprojekte. Bettina Cosack hat Germanistik und Theaterwissenschaft studiert und arbeitet seit 1991 für die Berliner Zeitung.

Christian Seidl stammt aus Würzburg und lernte das Schreiben an der Deutschen Journalistenschule in München. Danach war er Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, beim Stern und zuletzt sechs Jahre lang Kulturchef bei der Bild am Sonntag. Seit Februar 2017 leitet er das Team Story bei der Berliner Zeitung und verantwortet unter anderem das Magazin am Wochenende. Er mag britische Krimis, amerikanische TV-Serien und brasilianische Pop-Musik, und er hat keine Zeit, wenn Eintracht Frankfurt spielt.

"1961-1989-2018"

Platz 1:

Claudia Lehnen und Nikolas Janitzki für das Redaktionsteam "Die Kölner Stadt-Anzeigerin", Kölner Stadt-Anzeiger, 30.11.2018

Begründung der Jury:

Die „Kölner Stadt-Anzeigerin“ erschien am 30. November 2018, um 100 Jahre Frauenwahlrecht zu feiern. Das beeindruckend opulente Layout fällt direkt ins Auge. Aber noch viel besser ist der Inhalt. Die „Kölner Stadt-Anzeigerin“ ist eine einzige Einladung oder besser: Anstiftung zur Diskussion – am Küchentisch, am Arbeitsplatz, in der Kneipe. Wo stehen wir in Sachen Gleichberechtigung? Wo wollen wir hin? Und wie können Männer und Frauen dieses Ziel zusammen erreichen? Ein tolle Idee, fantastisch umgesetzt.

Über die Autoren:

Claudia Lehnen ist Ressortleiterin NRW/Story beim Kölner Stadt-Anzeiger. Sie hat nach dem Studium der Diplom-Germanistik mit Schwerpunkt Journalistik in Bamberg freiberuflich unter anderem im Lokalteil der FAZ, der Berliner Zeitung und der taz gearbeitet. Nach der Geburt ihrer Tochter kam sie 2005 zunächst als Pauschalistin zum Kölner Stadt-Anzeiger, wo sie bei Direkt und für das Magazin tätig war. 2008 wurde sie als Online-Redakteurin angestellt und leitete später einige Jahre das Magazin des Kölner Stadt-Anzeiger. Nach der Geburt ihres Sohnes 2017 wechselte sie in das Ressort NRW/Story. Claudia Lehnen ist 40 Jahre alt und lebt in einer Patchworkfamilien mit ihrem Freund und drei Kindern in Köln.

Nikolas Janitzki ist Diplom-Designer, er studierte in Düsseldorf und Gent (Belgien) und gründete noch während des Studiums das Designbüros pluszwo.de. Ab 2012 war er sieben Jahre zuständig für Konzeption und Umsetzung des Handelsblatt Wochenend-Titels sowie die Kampagnen-Entwicklung zum Launch der Handelsblatt App in direkter Zusammenarbeit mit Gabor Steingart. Seit Oktober 2018 ist er als Art Direktor beim Kölner Stadt-Anzeiger.

"Die Kölner Stadt-Anzeigerin"

Platz 1:

Jessica Quick und Andreas Stedtler "Augmented Reality bei der MZ", Mittdeldeutsche Zeitung, 05.-11.11.2018 & 24.12.2018

Begründung der Jury:

„Zu kompliziert für die Leser, zu aufwendig in der Produktion, finanziell nicht nutzbar“ - das waren die Argumente, mit denen das Thema Augmented Reality nach anfänglicher Begeisterung vor einigen Jahren von vielen Redaktionen wieder ad acta gelegt wurde. Die Mitteldeutsche Zeitung ist drangeblieben und hat eine höchst erfolgreiche App entwickelt. Diese erlaubt der Redaktion, nicht nur Videos zu hinterlegen, sondern 360-Grad-Panoramen, 3-D-Objekte, Avatare oder Erklärfilme - und den digitalen Elementen eine ganze Bühne zu bauen. Und auch Anzeigenkunden können die neue Technik nutzen. Nach dem vielbeachteten Start im November 2018 wurden in einer Weihnachtssonderausgabe die neuen Möglichkeiten weiter ausgelotet. Inzwischen ist Augmented Reality zu einer festen Instanz in Berichterstattung und Anzeigenvermarktung der Mitteldeutschen Zeitung geworden.

Über den Autor:

Jessica Quick, geboren 1977 in Halle/Saale, ist Volontärsbeauftragte bei der Mitteldeutschen Zeitung. Von 2005 bis 2011 hat sie am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle Studierende im Dumont-Masterstudiengang MultiMedia &Autorschaft unterrichtet. Von 2011 bis 2015 leitete sie das hallesche Stadtmagazin Zachow. Bei der Mitteldeutschen Zeitung begleitete sie in der Chefredaktion als Koordinatorin zwei Jahre lang die Digitale Transformation. Seit 2017 ist sie stellv. Ressortleiterin Wochenendmagazin/Leserservice/Ratgeber in der Mitteldeutschen Zeitung.

Andreas Stedtler, Jahrgang 1975, arbeitete jahrelang  als freie Mitarbeiter unter anderem für die  Mitteldeutsche Zeitung. Fotografierte für Hilfsorganisationen, Reiseunternehmen, Reedereinen und für die Industrie. Stedtler beschäftigt sich seit Jahren mit modernen Mitteln der Visualisierung, die die Mitteldeutsche Zeitung erfolgreich den Lesern als digitalen Mehrwert zum Print anbietet. 360° Visualisierungen, Virtual Reality Bewegtbildreportagen. Seit November 2018 entwickelt und produziert er sowohl Anzeigen, als auch redaktionellen Content für MZ Virtuell. Er ist der Cheffotograf der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung und kümmert sich um die Belange der Fotografen und Videografen.

"Augmented Reality bei der MZ"