Kölner Verleger Alfred Neven DuMont fordert Leistungsschau der Zeitungsverlage

Der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont hat eine "Messe der Zeitungswelt" als Leistungsschau der Verlage sowie verstärkte Investitionen in den Qualitätsjournalismus gefordert. "Wir haben genug Spektakuläres zu bieten", sagte Neven DuMont in einer Rede zur Verleihung des Theodor-Wolff-Preises in Köln.

Der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont hat eine "Messe der Zeitungswelt" als Leistungsschau der Verlage sowie verstärkte Investitionen in den Qualitätsjournalismus gefordert. "Wir haben genug Spektakuläres zu bieten", sagte Neven DuMont in einer Rede zur Verleihung des Theodor-Wolff-Preises in Köln. Die deutschen Zeitungshäuser müssten verstärkt die Öffentlichkeit suchen und dürften sich nicht in Zurückhaltung üben. Neven DuMont kritisierte in diesem Zusammenhang eine Vernachlässigung der Printmedien durch die Politik. Diese finde zwar regelmäßig schöne Worte für die Zeitungsbranche, doch seien - von Ausnahmen abgesehen - die Anstalten öffentlichen Rechts "liebstes Spielzeug" zahlreicher Ministerpräsidenten, so der Kölner Verleger, der von 1970 bis 1984 Mitglied des Präsidiums und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) war und ihm bis heute als Ehrenmitglied angehört.

Letztlich liege es in den Händen der Zeitungsbranche, selbstbewusst die eigenen Interessen zu vertreten, insbesondere gegenüber dem Expansionsdrang der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Internet. "Wir sind die Vornehmen, die Bescheidenen, die Zurückhaltenden", sagte Neven DuMont. Nun müssten sich die Zeitungsverlage selbstbewusst vorstellen.

Die von ihm vorgeschlagene Leistungsschau solle die Breite der Produkte moderner Zeitungshäuser bis hin in die digitalen Bereiche zeigen, ebenso Anzeigenblätter und weitere Bereiche des publizistischen Engagements. Als Wanderausstellung könne sie in deutschen Großstädten stattfinden. Er erinnerte an die 1928 vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer initiierte Messe "Pressa", die über einen Zeitraum von mehreren Monaten fünf Millionen Besucher aus dem In- und Ausland verzeichnet hatte.

Neven DuMont forderte seine Verleger-Kollegen zudem auf, verstärkt Anstrengungen zugunsten der Qualität des Journalismus zu unternehmen und trotz zu erwartender wirtschaftlicher Krisen nicht am Journalismus zu sparen. "Stocken Sie den Redaktionsetat auf!", sagte Neven DuMont. Vor allem sollten Zeitungshäuser überprüfen, ob sie über genug schreibfreudige, begabte und hoch motivierte Redakteure verfügten. Die Qualität des geschriebenen Wortes sei entscheidend.

Die Preisverleihung fand im Wallraf-Richartz-Museum in Köln statt. Gastgeber war das Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg

Professor Alfred Neven DuMont (81) ist Vorsitzender des Aufsichtsrats des Kölner Verlagshauses M. DuMont Schauberg und Herausgeber von Frankfurter Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung (Halle/Sachsen-Anhalt) und EXPRESS.