EXPRESS würdigt Boris Becker – „Noch nie einen Preis für mein Lebenswerk erhalten“

Tennislegende Boris Becker hat auf der EXPRESS-Sportnacht im Kölner Rheinenergie-Stadion vor 1.200 Gästen aus Sport, Wirtschaft und Politik für mehrere echte Gänsehaut-Momente gesorgt.

„Für einen Trainer ist es unprofessionell, in der Vorbereitung auf ein Grand-Slam-Turnier zu fehlen“, sagte der Wimbledon-Sieger von 1985 in seiner Dankesrede mit Blick auf seinen Schützling, den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic, der sich in New York bereits auf die am kommenden Montag beginnenden US Open vorbereitet. „Aber ich habe noch nie einen Preis für mein Lebenswerk bekommen.“ Beckers soziales Engagement in der „Laureus Stiftung“ wurde während der Veranstaltung mit der Auszeichnung „Lichtgestalt 2016“ gewürdigt – ein Preis, den in den Jahren zuvor die deutsche Fußballnationalmannschaft, Franz Beckenbauer und Vitali Klitschko erhalten hatten. Becker kritisierte in seiner Rede, dass Deutschland ihm nicht ausreichend Respekt entgegengebracht habe, räumte aber auch Fehler ein. „Gibt es hier einen, der in all den Jahren alles richtig gemacht hat, der keine Scheidung, kein Nichts hinter sich hat? Der möge die Hand heben“, mahnte er.

Dazu kritisierte Becker die großen TV-Sender im Hinblick auf seine Sportart Tennis. „Da läuft inzwischen zu viel Fußball. Olympia hat gezeigt, was auch andere Sportarten können.“

Bum Bum Becker – den Preisträger würdigte Laudator Johannes B. Kerner mit einer hinreißenden Anekdote. Er erzählte von einem Abendessen in Berlin, bei dem ein glühender Fan sich im Restaurant vor Becker verneigte, ihm minutenlang huldigte. Erst als der amerikanische Gast gegangen war, horchte Kerner auf. „Das war Matt Damon. Für den bestbezahlten Schauspieler der Welt ist Boris der große Held. Sowas passiert ihm überall auf der Welt. Er repräsentiert unser Land als Held auf dem gesamten Planeten.“

Boris Becker, das Idol, überstrahlt (nicht nur) an diesem bewegenden Abend die kleinen Irrläufer des Lebens spielend. „Mein Zuhause ist jetzt London“, sagte er noch. „Aber ich bin gerne hier, in Köln, in Deutschland. Das ist meine Heimat. Laden Sie mich gerne wieder ein.“

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