DuMont steigert Umsatz und verbessert das operative Ergebnis deutlich

Strukturelle Neuausrichtung abgeschlossen – bilanzielle Voraussetzungen für Wachstumsphase geschaffen – Eigenkapital signifikant gestärkt

Die DuMont Mediengruppe hat im Geschäftsjahr 2016 ihre Ziele im Rahmen des Strategieprogramms „Perspektive Wachstum“ erfolgreich umgesetzt. Aufgrund der Umstellung der Konzernrechnungslegung von den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf deutsches Handelsrecht (HGB) sowie Änderungen im Konsolidierungskreis wird nachfolgend bei den Vorjahreszahlen zu Umsatz und EBITDA auf vergleichbar gerechnete HGB-Werte Bezug genommen.

Der konsolidierte Umsatz erhöhte sich trotz rückläufiger Marktentwicklung der Medienbranche im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 592 Millionen Euro. Das um einmalige Sondereffekte bereinigte EBITDA lag bei 67,2 Millionen Euro und verbesserte sich mit einem Plus von 42 Prozent substanziell zum Vorjahr. Unter Berücksichtigung dieser im Wesentlichen aus Restrukturierungskosten bestehenden Sonderpositionen betrug das operative Ergebnis 51,9 Millionen Euro. Nach Abzug von Abschreibungen, Finanzergebnis sowie Steuern erwirtschaftete die DuMont Mediengruppe einen Konzernjahresüberschuss von 3,2 Millionen Euro. Zu den ohnehin großen Herausforderungen der Branche kamen in 2016 Belastungen in Höhe von rund 25 Millionen Euro durch regulative Rahmenbedingungen vorrangig in der Zustellung vor allem in Sachsen-Anhalt und Berlin durch die Umstellung von Stück- auf Zeitlohn hinzu. 

Die positive Geschäftsentwicklung sowie die im Rahmen der vorgenannten HGB-Umstellung erfolgte Neubewertung der Aktiva und Passiva zeigen sich auch in einem deutlich verbesserten Bilanzbild. Das Eigenkapital der Gruppe erhöhte sich substanziell auf 162 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich signifikant auf 32,4 Prozent nach 14 Prozent im Vorjahr (IFRS). Die Bankverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 13 TEuro bei gleichzeitig ungenutzten Kreditlinien in dreistelliger Millionenhöhe. 

Die Zahl der Mitarbeiter der Mediengruppe ist im Berichtsjahr von 3.376 auf 3.637 gestiegen. 

Die positive Geschäftsentwicklung 2016 ist das Ergebnis des strategischen Programms „Perspektive Wachstum“, mit dem die DuMont Mediengruppe seit Ende 2014 umfassend neu ausgerichtet wurde. Durch das Bilden regionaler Medienhäuser und die konsequente Ausrichtung der Organisation auf die digitale Transformation wurde die Profitabilität der Regionalmedien bereits 2016 deutlich verbessert. 

Die gruppenweite Standardisierung und Digitalisierung der Prozesse der Management- und Medien-Services sowie der Ausbau der Geschäftsfelder Business Information und Digital wurden planmäßig vorangetrieben. Die Neuorientierung geht einher mit einer umfassenden Personalstrategie, in der DuMont neben einer gezielten Aus- und Weiterbildung auch individuelle Programme auflegt wie die DuMont Management-Akademie mit ausgewiesenen Spezialisten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Auch Studienreisen an Hotspots digitaler Innovation wie New York und Open-Network-Veranstaltungen für alle Mitarbeiter, in denen Experten digitale Entwicklungen erläutern und ihr Knowhow im DuMont-Wissensnetzwerk teilen, wurden etabliert. 

„Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 zeigt, dass unsere Strategie greift. Wir werden auch in den kommenden Jahren weiter wachsen und können steigende Umsätze sowie eine positive Ergebnisentwicklung in Aussicht stellen. Die digitale Transformation in allen Geschäftsbereichen ist erfolgreich. Wir werden diesen Weg konsequent fortsetzen“, so Dr. Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender der Mediengruppe. 

Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich im vergangenen Jahr wie folgt:

Regionalmedien 

Zur verbesserten operativen Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Gruppe trägt insbesondere das Geschäftsfeld Regionalmedien bei. Zusätzlich zur Steigerung der Werbe- und Vertriebserlöse aller regionalen Medien bei sinkenden Auflagen der Zeitungen ist es gelungen, mit einem neuen Logistikkonzept und effizienten Prozessen den hohen Belastungen des Mindestlohns vor allem in Sachsen-Anhalt und Berlin entgegenzuwirken. 

Das Medienhaus DuMont Rheinland hat 2016 den Aufbau der neuen Unternehmenseinheit planmäßig abgeschlossen und führt sämtliche Geschäftsaktivitäten mit seinen Zeitungstiteln, Anzeigenblättern, Radio, Veranstaltungsmanagement und Ticketing in der Region. Im Fokus der umfassenden Neuausrichtung steht die digitale Transformation aller Bereiche mit der Weiterentwicklung des regionalen Portfolios. Im Herbst ist das Kooperationsmodell der beiden Zeitungsmarken Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS erfolgreich gestartet. Künftig werden die Redaktionen aus einem gemeinsamen Newsroom heraus beide Zeitungen und deren digitale Angebote produzieren.

Die Zeitungsmarken bilden weiterhin das Kerngeschäft in allen Regionalmedienhäusern. 2016 konnten die Reichweiten der digitalen Angebote von Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Berliner Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, EXPRESS, Berliner Kurier und Hamburger Morgenpost um 15 Prozent gesteigert werden. Im Mai 2017 wurde erstmals die Grenze von 64 Millionen Visits übersprungen – die Hälfte davon über mobile Geräte. DuMont betreibt das reichweitenstärkste digitale Portfolio deutscher Regionalzeitungsmarken, wobei der EXPRESS mit 24,4 Millionen Visits an der Spitze regionaler Zeitungsmarken in Deutschland steht. 

In Sachsen-Anhalt sind die Geschäftsaktivitäten erfolgreich in der Mitteldeutsche Zeitung Mediengruppe zusammengefasst worden. Hierzu gehört neben den Verlagsaktivitäten der Mitteldeutschen Zeitung, des Wochenspiegel und des Super Sonntag der lokale Sender TV Halle, der seit 2016 mit aus dem integriert arbeitenden Newsroom der Mitteldeutschen Zeitung produziert. Die Digital-Reichweite der Mitteldeutschen Zeitung, die das führende Nachrichtenportal der Region ist, wuchs 2016 um 24 Prozent auf rund 63 Millionen Visits im Jahr und erreichte im Mai 2017 mehr als sieben Millionen Visits. 

Im Fokus der Portfolioentwicklung der Mitteldeutsche Zeitung Mediengruppe stand der erfolgreiche Ausbau des Logistikbereichs, der neben Tageszeitung und Anzeigenblättern monatlich inzwischen rund 3,5 Millionen Briefe und Pakete zustellt. Damit ist die Logistiksparte der größte private Post-Dienstleister in Sachsen-Anhalt. Zudem hat DuMont in die Drucktechnik sowie die Automatisierung der Weiterverarbeitung investiert und konnte somit das Produktportfolio für Werbepartner ausbauen. 

Große Herausforderung für die DuMont Mediengruppe war 2016 die erfolgreiche strategische Neuausrichtung des Berliner Verlags, verbunden mit dem planmäßig verlaufenen Einzug in das neue Gebäude in Kreuzberg. Der organisatorische und infrastrukturelle Neuanfang mit Fokus auf digitale Angebote ist ein wesentlicher Baustein für die wirtschaftliche wie publizistische Unabhängigkeit des neuen DuMont Berliner Verlag. Der gemeinsame Newsroom von Berliner Zeitung und Berliner Kurier produziert seit Februar 2017 wie geplant Zeitungen und digitale Angebote beider Titel und entwickelt mit klarem Fokus auf Berliner Themen neue Formate. Die erfolgreiche Umsetzung erfolgte ohne Unterbrechung der operativen Abläufe. Die intensiven und konstruktiven Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern führten zu einer einvernehmlichen Lösung für alle Beteiligten.

Die Hamburger Morgenpost Medien verzeichneten im Berichtsjahr einen die gesamte Branche betreffenden Auflagenrückgang der Zeitung, haben aber die Reichweite ihres Digitalangebots Mopo.de ausgebaut und durchschnittlich mehr als elf Millionen Visits im Monat verzeichnet. Im Zuge der digitalen Transformation wurde die Vermarktung neu aufgestellt und das Projekt „agile Redaktion“ aufgesetzt, das sich auf gutem Weg befindet. 

DuMont Digital

Mit dem Aufbau der dritten Säule „Digital“ tritt DuMont in zukunftsweisende Geschäftsfelder ein, die das Wachstum des Unternehmens mittelfristig sicherstellen werden. Im Fokus stehen dabei intermediäre Angebote, die mit innovativen Ansätzen und Produkten den aktuellen Anforderungen von Kommunikationstreibenden und Konsumenten gleichermaßen nachkommen. Erster wichtiger Schritt war die 75-Prozent-Beteiligung am Cloud-Service-Anbieter Facelift, dessen „Software as a Service“ vollständig in Deutschland gehostet wird und höchsten IT-Sicherheitsstandards entspricht. Der renommierte US-Analyst „Forrester Research hat Facelift als einziges europäisches Unternehmen in das Ranking der zehn weltbesten Unternehmen für Social-Media-Management-Software“ aufgenommen. Dort haben die Hamburger als weltweite Nummer fünf die höchste Bewertung aller je in der „Forrester Wave“ neu aufgenommen Teilnehmer erreicht. Da die Transaktion erst Anfang 2017 umgesetzt wurde, ist Facelift nicht Bestandteil der Jahresrechnung 2016 und wird erst im laufenden Geschäftsjahr konsolidiert.

Kürzlich hatte DuMont zudem die 36,5 Prozent-Beteiligung an censhare bekanntgegeben, einem technologisch führenden Anbieter für Markting Cloud Services aus München. Diese Beteiligung steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts. Darüber hinaus ist DuMont Digital über den Venture-Fonds Capnamic an jungen, stark wachsenden Digitalunternehmen beteiligt. 

Business Information

Im Geschäftsfeld Business Information konnten die Fachmedien ihren hohen Digitalisierungsgrad durch den Aufbau weiterer Web-Plattformen und -Portale wie im Bereich der Außenwirtschaft und der Wertermittlung weiter ausbauen. Auch der Fachveranstaltungsbereich konnte erfolgreich weiterentwickelt werden.

Pressebilder:

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