Technologiewandel setzt neue Maßstäbe

Die Entwicklung in der Datenverarbeitung und der Drucktechnik beschleunigt sich immer mehr. Die Merkmale modernster Zeitungstechnik im Digitalzeitalter sind rasch aneinander gereiht: Immer schneller, immer zuverlässiger und effizienter müssen Druckwerke und Systeme funktionieren und dabei optimale Farbmöglichkeiten für Anzeigenkunden und Redaktion anbieten. Wurden Druckmaschinen bisher frühestens nach etwa 25 Jahren mit der Diagnose Altersschwäche ausrangiert, so setzt ein "moralischer Verschleiß", wie Richard Zöller, der Leiter des Druckzentrums, diesen technischen Wandel gern nennt, inzwischen viel früher ein: "Die Investitionsintervalle werden immer kürzer."

So kam Mitte 1998, 13 Jahre nach ihrem ersten Arbeitseinsatz im damals neuen Niehler Druckzentrum, der Anfang vom Ende der EXPRESS-Rotation - zugetraut hatte man ihr anfangs durchaus 20 Jahre. An ihre Stelle ist inzwischen, montiert in drei Bauabschnitten, ein 1100 Tonnen schwerer Alleskönner der Firma Koenig & Bauer namens "Commander" gerückt. Die Maschine, 72 Meter lang und über 13 Meter hoch, druckt, wenn's sein muss, alle Seiten vierfarbig - und das spürbar schneller.

Vertrauen in das Printmedium - Zukunft sichern durch Investitionen

Mit großen Investitionen hat der Verlag M. DuMont Schauberg seit Mitte 1998 in die Zukunft der Drucktechnik und damit in die Zukunft der Zeitungen investiert. Auf der Liste an Neuerungen stehen die Herstellung der Druckplatten (Computer-to-Plate, CtP) und die neue Rotation mit vollautomatisiertem Papierrollenlager. Außerdem wurden zwischen 1999 und 2002 drei neue Produktionslinien in der Weiterverarbeitung/Versand in Betrieb genommen. Hierfür wurde eine neue Produktionshalle gebaut. Dies alles dokumentiert das Bestreben, Produktionsverfahren weiter zu automatisieren komplizierte Organisationsabläufe durch die digitale Techniken zu ersetzen.

Technischer Fortschritt im Einklang zur Arbeitswelt

Das Thema Umwelt- und Arbeitsschutz spielte bei der Anschaffung eine wichtige Rolle. Während der laufenden Produktion können alle Befehle vom elektronischen Leitstand aus im lärmgeschützten Raum gegeben werden. Außerdem halten Querwände den Schall der anderen Maschinensektionen ab. Damit die Drucker sich nicht allzu lange in Lärmbereichen aufhalten müssen, wird auch die Farbversorgung automatisch gesteuert. Schwarz, EXPRESS-Rot, Cyan, Magenta, Gelb sowie zwei weitere Sonderfarben werden direkt über ein Rohrsystem an die entsprechende Druckstelle gepumpt. Das Feuchtwasser wird über Düsen aufgespritzt. Eine neue Klimatechnik bläst kühle Luft ein und saugt Warmluft ab, ohne Zugerscheinungen aufkommen zu lassen.